Eile / Hast / Erledigungswille sind bei der Offenlegung der Wurzeln nicht angesagt - leicht kann die Grenze zwischen Rinde und festem Holz überschritten werden. Sich heran tasten an die natürlich gewachsene Form des Holzes, an dessen Kern, zur Ruhe kommen, meditieren, nicht zu erledigen ist meine Empfehlung.

Während des Herausarbeitens mit Stechbeitel, Raspel und immer feiner werdendem Schleifpapier vergeht Zeit, viel Zeit.

Diese Zeit, diesen Raum schenkt der sinnlich arbeitende Mensch seinem Inneren, seiner Intuition, seiner Wurzel. Er erfährt sein Ver-Wurzelt-Sein und seine Eigen-e-Art, und seine Uhr läuft während dieser Arbeit anders als sonst. Die Kunst ist, keine selbst ausgedachte Form zu erstellen, sondern der Kunst der Natur, ihrer eigen-artigen Form und Maserung zu folgen.

Das Ergebnis, hier fein geschliffen und dort roh belassen, offenbart nach einer Einreibung mit Öl einen Reichtum an Farben, Zeichnungen und Gestalt, das Staunen macht und einlädt zu weiterem Entdecken. Dem sinnlichen Menschen erschließt sich ein weiteres Mal, dass Abfall nur ein Wort ist, hat doch die Kunst von je her im Objekt gewohnt.